Alle Artikel mit dem Schlagwort: Konzert

21.11.2017 – KOOKread: Canyontöchter, Gewalt und Wolkenflug

KOOKread im November mit Lucy Fricke, Jakob Nolte, Margarete Stokowski, Farhad Showghi und Lisa Bassenge Am 21.11. verwandelt Lisa Bassenge die Fahimi-Bar in einen Jazzclub. Dazu gibt es diesmal gleich vier großartige Literaturen: einen wahnwitzigen und alptraumhaften Ritt durch die 70er Jahre (inklusive Werwölfe) von Jakob Nolte, Essayistisches von SPON-Kolumnistin Margarete Stokowski, Poetisches von Farhad Showghi und einen exklusiven Vorgeschmack auf Lucy Frickes neuen Roman. Lucy Fricke (* 1974) ist Autorin und Literaturveranstalterin. Zuletzt veröffentlichte sie den Roman „Takeshis Haut“ (2014, Rowohlt Verlag), in dem sie die Katastrophe von Fukushima mit einer privaten Beziehungskrise verknüpft. 2018 erscheint ihr vierter Roman „Töchter“ (Rowohlt Verlag), aus dem sie bei KOOKread erstmals öffentlich lesen wird. Jakob Nolte (* 1988) wurde mehrfach für seine Theaterstücke ausgezeichnet. Sein Debütroman „ALFF“ erschien 2015 bei Matthes & Seitz. 2017 folgte der Roman „Schreckliche Gewalten“, ein tarantinoesker, verschlungener Parforceritt durch die 1970er, der endgültig beweist, wie desaströs es für die eigene Sozialisation ist, wenn die Eltern eine Werwölfin und ein Nazi sind. Farhad Showghi (* 1961) lebt und arbeitet als Psychiater, Psychotherapeut, Autor …

15.05.2018: KOOKread – Glänzen für die letzte Runde im Serverland

KOOKread im Mai mit Marie Gamillscheg, Josefine Rieks, Monika Rinck und Walls & Birds Bei KOOKread geht’s am 15. Mai um nichts weniger als um Alles: Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit, Untergang und Neuanfang. Und um dieses Internet, von dem alle reden. Dazu gibt es literarische Trinklieder in überhöhter Geschwindigkeit und Dream Pop für Kassetten. Im ACUD, mitten in Mitte. Marie Gamillscheg (*1992 in Graz) erzählt in ihrem Debütroman „Alles was glänzt“ (Luchterhand Literaturverlag 2018) von einem allmählich verschwindenden Dorf, einer Schicksalsgemeinschaft im Schatten eines rumorenden Bergs, vom Glanz des Untergangs und des Neubeginns. „Zu Recht“, schreibt Britta Schmeis auf Spiegel Online, „gilt Gamillscheg als eine der aufregendsten jungen Stimmen der deutschsprachigen Literatur“. Josefine Rieks (*1988 in Höxter) hat einen Zukunftsroman über die Gegenwart geschrieben: Das Internet ist seit Jahrzehnten abgeschaltet, die Statussymbole von früher sind Elektroschrott. Eine Gruppe Jugendlicher hackt sich in diese seltsame Vergangenheit: das Internet. „Serverland“ (Hanser Verlag 2018) ist ein Roman über die vermeintliche Freiheit einer Gesellschaft, die alles miteinander teilt. Monika Rinck (*1969 in Zweibrücken), kookbooks-Autorin der ersten Stunde, ist nicht nur …

12.09.2018 – KOOKread: Die Schönheit der Desintegration

KOOKread im September mit Luise Boege, Max Czollek, Sabine Scho und Albertine Sarges & The Sticky Fingers Endlich ist der Sommer vorbei, und man kann sich wieder den wirklich wichtigen Dingen widmen. Etwa der musikalischsten Lesereihe Berlins: KOOKread kommt am 12. September aus der Hitzepause mit auf den Punkt gebrachter Prosa von Luise Boege, die die Schönheit durchgestrichener Sätze zu einem ganz neuen Genre erhebt. Mit Max Czolleks provokativem Aufruf gegen Integrationstheater und Leitkultur. Mit Sabine Schos Erkundungen über Tiere in Architektur, virtuos eingebunden in gesellschaftskritische Diskurse. Und mit Berlins verheißungsvollster Supergroup: Albertine Sarges & The Sticky Fingers. Luise Boege (* 1985) debütierte 2015 mit dem Band Kaspers Freundin (2015) bei Reinecke &Voß, 2017 erschien ebenda Bild von der Lüge. 2018 veröffentlichte sie ihren experimentellen, wortwitzigen Prosatext Exorzismus in PolenDie Schönheit der Wüste in der parasitenpresse. Max Czollek (* 1987) ist u.a. Mitglied des Lyrikkollektivs G13, Kurator des internationalen Lyrikprojekts Babelsprech und Mitherausgeber der Zeitschrift Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart. Im Verlagshaus Berlin erschienen seine Gedichtbände Druckkammern (2012) und Jubeljahre (2015). 2018 veröffentlichte er …

16.10.2018 – KOOKread: Hefter, Rietzschel, Wetzel – Kartenhauskörper

KOOKread im Oktober mit Martina Hefter, Lukas Rietzschel, Maike Wetzel und Kartenhauskörper KOOKread widmet sich, passend zum Herbst, am 16. Oktober den existentiellen Themen. Martina Hefter, Lukas Rietzschel und Maike Wetzel erzählen von Demenz und Pflegeheimtristesse; Rechtsextremismus in der sächsischen Provinz; Familie und Verlust. Dazu gibt es existentiell drängende Lofi-Miniaturen von Berlins Singer-Songwriter-Wundertüte Kartenhauskörper zu hören. Die Autorin und Performancekünstlerin Martina Hefter (*1965) vergegenwärtigt in ihrem aktuellen Lyrikband „Es könnte auch schöner werden“ (kookbooks, 2018) das Leben und Sterben in Pflegeheimen, schreibt über Begegnungen im Aufenthaltsräumen, über „Halbtotengespräche“ und „Sterbevorbereitungskurse“. Konkrete, gesellschaftlich ausgeblendete Lebensrealität verdichtet in einer poetisch spannungsvollen Sprache. Lukas Rietzschel (*1994) beschreibt in seinem Romandebüt „Mit der Faust in die Welt schlagen“ (Ullstein, 2018) eine Chronik des Zusammenbruchs aus der Perspektive zweier Jugendlicher, die in der sächsischen Provinz aufwachsen und in den Sog rechtspopulistischer Radikalisierung geraten. Coming-of-Age und Milieuschilderung – intensiv, aktuell und rasant geschrieben. In Maike Wetzel (*1974) verstörenden Roman „Elly“ (Schöffling & Co., 2018) dreht sich alles um das spurlose Verschwinden eines elfjährigen Kindes, wie es das Leben ihrer Familie aus …

13.11.2018 – KOOKread: Auf einem Archipel in Nichtseattle

KOOKread im November mit Inger-Maria Mahlke, Verena Stauffer, Sebastian Unger und Musik von Nichtseattle KOOKread begibt sich am 13. November im ACUD auf Zeitreisen ins 19. und 20. Jahrhundert, erkundet mit sprachlich gewagter Erzähllust Teneriffa, Madagaskar, den Fernen Osten und Nichtseattle. Dazu gibt es großartige Lyrik und garageske Songwriter-Indieness. Die frisch gekürte Trägerin des Deutschen Buchpreises Inger-Maria Mahlke (*1977) erzählt in „Archipel“ (Rowohlt, 2018) einen generationenübergreifenden Familienroman auf der Kanareninsel Teneriffa. Detailreich und voller Verwicklungen, getragen von einer gewagten, nicht-linearen Erzählweise, schildert sie europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts vom Rand des Kontinents aus. Verena Stauffer (*1978) heftet sich in ihrem Romandebüt „Orchis“ (Kremayr & Scheriau, 2018) einem Orchideenforscher aus dem 19. Jahrhundert an die Fersen. Einer Expeditionsreise nach Madagaskar folgt die Einweisung in eine Nervenheilanstalt. Ein Trip durch eine turbulente Epoche, geprägt von politischen Unruhen und wissenschaftlichen Neuerungen, die den Protagonisten schließlich nach China führen. Der Lyriker Sebastian Unger (*1978) ist schon lange mehr als ein Geheimtipp. In diesem Jahr erschien endlich sein Debüt „ Die Tiere wissen noch nicht Bescheid“ bei Matthes & Seitz. …

11.12.2018 – KOOKread: alle guten Geister sagen A

KOOKread im Dezember mit Gerasimos Bekas, Sandra Burkhardt, Robert Stripling und Musik von Kala Brisella Am 11. Dezember präsentiert KOOKread im ACUD gleich drei spannende literarische Debüts. Besinnliches ist eher nicht dabei, dafür ein griechischer Identitätstrip zwischen Gegenwart und Vergangenheit, eine durchgeknallte Sammlung nie geschriebener Hauptwerke sowie verspielte Sprachornamente. Passend dazu gibt es einen energetischen Indie-Rock-Exkurs über das Sichauflösen. Der Autor und Theatermacher Gerasimos Bekas (*1987) schreibt in seinem Debütroman „Alle Guten waren tot“ (Rowohlt, 2018) über die Identitätssuche eines jungen Mannes, der in seine griechische Heimat zurückkehrt, um eine versteckte Erbschaft aufzuspüren. Eine Bestandsaufnahme der heutigen prekären Situation des Landes, verzahnt mit der Geschichte des griechischen Widerstands während der deutschen Besatzung. Die Open Mike-Preisträgerin Sandra Burkhardt (*1992) hat gerade ihr Lyrikdebüt „wer A sagt“ beim Gutleut-Verlag vorgelegt. Über Mandalas, Deleuze oder Ovid entwirft sie formbewusst und mit großer Leichtigkeit experimentelle Sprachspiele, changiert zwischen Prosa und Lyrik und setzt sich mit unterschiedlichen Schreibregeln auseinander. Robert Stripling (*1989) führt uns mit „Verpasste Hauptwerke“ (mikrotext, 2018) in das Reich nie geschriebener Bücher ein: bedeutungslose Theorien, die es …